«Live Edge» – oder Naturbaumkante, wie wir in der Werkstatt sagen – heisst, dass die Kante der Platte nicht gerade geschnitten ist, sondern die natürliche Kontur des Stammes behält, so wie der Baum gewachsen ist.
Woher die Form kommt
Wenn wir den Stamm in Bohlen auftrennen, folgen die äusseren Kanten der Rinde. Statt sie gerade zu schneiden, befreien wir sie von der Rinde, schleifen und veredeln sie. Was bleibt, ist eine geschwungene Linie, bei jedem Stück anders, mit Farbübergängen zwischen Kernholz und hellem Splint.
Für wen sie passt
Live Edge wirkt am besten, wenn der Rest des Raums ruhig bleibt: schlichte Wände, zurückhaltende Stühle, wenig Mobiliar. Der Tisch wird zum einzigen organischen Element im Raum – und genau das macht den Reiz aus. In einem ohnehin vollen Interieur kann derselbe Tisch unruhig wirken.
Was Sie praktisch wissen sollten
Die geschwungene Kante bedeutet, dass die Breite über die Länge variiert – zum Beispiel 110–125 cm. Das ist normal und gehört zum Stück, spielt aber eine Rolle, wenn Sie den Durchgang berechnen: Rechnen Sie mit der maximalen Breite.
Die Kante ist gleich veredelt wie die Fläche, also glatt und ohne Hängenbleiben an der Kleidung. Natürliche Risse sichern wir mit Holzschwalben oder Harz, damit sie über die Jahre stabil bleiben.
Die Alternativen
Wenn Sie es schlichter mögen, gibt es auch die Gradkante (sauber geschnittene, moderne Linie) und die Schweizer Kante – eine gerade Kante mit unten schräg gefräster Fase, die die Platte feiner wirken lässt, ohne ihr die Massivität zu nehmen.